Oldenburg - Stadt der Wissenschaft 2009
 

Neuigkeiten zu
"Oldenburg – Stadt der Wissenschaft 2009"

Liebe Oldenburgerinnen, liebe Oldenburger,
liebe Wissenschafts-Interessierte!


Die Stadt der Wissenschaft biegt auf die Zielgrade ein und gibt nochmals Gas. Am 28.11. bietet die Universität Oldenburg gemeinsam mit der Fachhochschule neugierige Einblicke in das Studentenleben. Eltern, Verwandte, Studierende und Interessierte sind herzlich zum 2. Oldenburger ElternCampus unter dem Motto „Neugier erlaubt“ eingeladen.

Und der Endspurt hält noch viele weitere spannende Höhepunkte bereit: Genießen Sie „Hamburger Ebb’ und Flut“ von G. Ph. Telemann unter oder über Wasser beim Finale der „Grenzenlosen Klangwelten“ und seien Sie dabei, wenn Jugendliche ihre Utopien, Träume und Ängste im Stück „Nicht Zeit! Nicht Ort!“ auf die Theaterbühne bringen. Lernen Sie das Lebenswerk des Philosophen Jürgen Habermas in der Landesbibliothek kennen und lauschen Sie am 12.12. den Geschichten „Oldenburg von Übermorgen“ – geschrieben von Kindern und Jugendlichen. Oder interessiert Sie doch eher die „Energie von Übermorgen“? Dr. Claudia Schneider präsentiert sie am 8.12.

Wir freuen uns auf abwechslungsreiche letzte sieben Wochen als Stadt der Wissenschaft 2009 gemeinsam mit Ihnen!

Herzliche Grüße,
das Projektbüro Stadt der Wissenschaft und die Oldenburg Tourismus und Marketing GmbH.


Neugier erlaubt – „2. Oldenburger ElternCampus“


„Neugier erlaubt“ – unter diesem Motto steht der „2. Oldenburger ElternCampus“ von Universität und Fachhochschule, der am Sonnabend, 28. November, von 10 bis 15.30 Uhr, stattfindet. Die Hochschulen wollen den Eltern und anderen Familienangehörigen ihrer Studierenden sowie allen Studieninteressierten die Möglichkeit geben, Einblicke in den Studien- und Forschungsbetrieb zu Plakat ElternCampusbekommen. Die Universität präsentiert sich mit Kurzvorlesungen und Vorträgen, einem Aktionsmarkt, Führungen, Mitmachexperimenten und vielem mehr auf dem Campus Haarentor und dem Campus Wechloy. Auch die Mensen werden an diesem Tag geöffnet sein. Auf dem Campus der Fachhochschule stehen Professorinnen und Professoren sowie Studierende für Fragen bereit und haben zahlreiche Vorführungen, Labor-Besichtigungen und Exponate vorbereitet. Als Highlight bietet die FH ein „Meet the Prof“ auf dem 23 Meter hohen Vermessungsturm an.

Zum ElternCampus gibt es die CampusCard: Sie ist erhältlich in den Geschäftsstellen der Nordwest-Zeitung, in der Universität (Info-Point im Mensa-Foyer, Cafeteria und in den Mensen) und in der Fachhochschule (Information im Verwaltungsgebäude, Bibliothek, Infothek und Mensa) zum Preis von 6 Euro. Für Jugendliche unter 18 Jahren und für Studierende gibt es die ermäßigte „CampusCard“ für 3 Euro. Die Leistungen der CampusCard: ein kostenloses Menü in der Mensa, die kostenlose Nutzung des Oldenburger Nahverkehrs (Freitagabend bis Sonntagabend), freier Eintritt in das Horst-Janssen-Museum, das Stadtmuseum, das Landesmuseum für Natur und Mensch und das Edith-Ruß-Haus (Sonnabend und Sonntag), eine kostenlose Stadtführung (Sonntag) sowie ermäßigte Preise für das Staatstheater Oldenburg und für Hotelübernachtungen an diesem Wochenende.

28.11.: 2. Oldenburger ElternCampus
Ort: Universität Oldenburg (Campus Haarentor und Wechloy) und Campus der Fachhochschule Oldenburg (Jade Hochschule)
Zeit: 10-15.30 Uhr
Weitere Informationen unter www.elterncampus-oldenburg.de



Kommentar des OB

Die Carl von Ossietzky Universität und die Jade Hochschule kennt in Oldenburg jeder. Zumindest von außen. Aber auch von innen? Da sieht’s schon anders aus. Für viele Menschen in unserer Region sind die beiden Institutionen „Terra incognita“. Selbst dann, wenn ihre Töchter und Söhne sie besuchen – oder besuchen wollen.

Der Grund dafür ist nicht etwa Desinteresse. Es mangelte bisher einfach an Gelegenheiten, sich gegenseitig kennen zu lernen. Das hat sich mit der Einführung des ElternCampus aber grundlegend geändert. Die Premiere war ein großer Erfolg – und die zweite Auflage wird ihn nahtlos fortsetzen. Zumindest spricht alles dafür. Der 2. ElternCampus bietet ein Programm, das man durchaus mit „toll“ umschreiben könnte, wenn das nicht so unwissenschaftlich klingen würde. Die Hochschulen warten mit attraktiven Aktionen auf. Und die Stadt steht dem in nichts nach. Mit der Campus Card können alle Interessenten auch Oldenburg selbst erkunden. Mein Tipp: Planen Sie am besten das ganze Wochenende ein. Denn der Tag hat leider auch in der Stadt der Wissenschaft nur 24 Stunden.

Allen Eltern aktueller oder potenzieller Studenten sei der Besuch unserer Hochschulen – und natürlich auch der Stadt – wärmstens ans Herz gelegt. Es ist einfach schön zu wissen, was die Kinder meinen, wenn sie von „Audimax“ oder „Mensa“ sprechen. Nehmen Sie also die Gelegenheit wahr und lernen Sie „uns“ kennen. Neugier ist ausdrücklich erlaubt!

Prof. Dr. Gerd Schwandner
Oberbürgermeister


Jugendclub der Kulturetage präsentiert „Nicht Zeit! Nicht Ort!"


Fragen über Fragen und auf jede Frage eine andere Antwort.
Wie geht die menschliche Entwicklung weiter? Bin ich für das verantwortlich, was um uns herum geschieht? Schmelzendes Eis, hungernde Menschen, Menschen auf Jugendclub der Kulturetageder Flucht, ohne Heimat, ohne Geld – Geld, immer wieder Geld - G8 und Globalisierungsgegner. Was sagt der Papst eigentlich dazu? Wie kann die Globalisierung einer menschlichen Dimension gerecht werden? Also nicht nur wirtschaftlich und im Sinne von Kaufkraft. Und warum bedeutet Wissenschaft immer nur Naturwissenschaft? Sind die Gesellschaftswissenschaften sowie Kunst und Kultur als Ressource für die Zukunft, für eine moderne Gesellschaft nicht viel eher geeignet? Werden sie nicht viel eher den geänderten Anforderungen gerecht?

Und zwischen all den Fragen Ich. Standortbestimmung: Ich bin 19 Jahre alt, hab gerade Abitur gemacht und will ein freiwilliges Jahr in einer Einrichtung machen, wo es richtig Sinn macht. Vielleicht in Südamerika oder – auch in Mexiko... Ich will mich für den Frieden engagieren und mein Traum ist es etwas gegen HIV und Aids zu tun... Moment: Was ist mir eigentlich wichtig im Leben? Was brauche ich um glücklich und zufrieden zu sein? Was bedeutet für mich persönlich Erfolg?

Seit diesem Frühjahr beschäftigen sich zwölf Jugendliche im Jugendtheaterclub der Kulturetage mit diesen und weiteren Fragen zu wissenschaftlichen Themen aus verschiedensten Fachgebieten: Gentechnik, Nanotechnologie, embryonale Stammzellenforschung, therapeutisches und reproduktives Klonen, Verjüngungskuren und Knochen im Kopf, aber auch mit ihren eigenen Situationen und Utopien. Aus ihren Antworten, Ideen und Utopien haben sie das Stück „Nicht Zeit! Nicht Ort!“ entwickelt.

Es ist Teil des Leitprojektes „Junge Utopien“. Der Jugendclub ist ein Vernetzungsprojekt der Oldenburger Jugendtheatergruppen, Kurlandtheater in Ohmstede, Rollentausch in Kreyenbrück und Junges Theater Bloherfelde. Seit 2002 ist er in der Trägerschaft von Jugendkulturarbeit e.V. in Kooperation mit der Kulturetage. Es ist bereits die zweite Theaterproduktion zum Thema „Utopie“, die im internationalen Austausch entsteht.

30.11., 1.12. und 2.12.: Nicht Zeit! Nicht Ort!
Ort: Theater k der Kulturetage
Zeit: jeweils 20 Uhr
Leitung: Dettmar Koch, Gina Schumm
Eintritt inkl. aller Gebühren (normal/ermäßigt): 10 € / 5€
Veranstalter: Verein Jugendkulturarbeit e.V. in Kooperation mit der Kulturetage GmbHg
Weitere Informationen unter www.uebermorgenstadt.de/DE/Leitprojekte/p06_junge_utopien/index.php


1. Oldenburger Schlossgespräch zum Menschenbild der Zukunft


Wie werden die vielfältigen, komplexen menschlichen Funktionen – Wahrnehmen, Denken, Entscheiden, Empfinden, Handeln – auf die Aktivität von rund eineinhalb Kilogramm Gehirngewebe zurückgeführt? Warum tobt gerade jetzt wieder ein so erbitterter Streit um die Frage, wer menschliche Gehirne besser durchschauen kann: Geistes- oder Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler? Und wie sind eigentlich die neuronalen mit den geistigen Prozessen verknüpft? Mit den neuen, bahnbrechenden Erkenntnissen sowie den spektakulären Hypothesen der Hirnforschung befasst sich ein hochkarätig besetztes Podium anlässlich des „1. Oldenburger Schlossgesprächs – Wissenschaft im Dialog“ am 14. Dezember. Die Reihe wird von der Gleichstellungsbeauftragten der Universität Oldenburg anlässlich von Oldenburgs Jahr als „Stadt der Wissenschaft“ initiiert. Dabei sollen herausragende Forschungsfelder der Universität in direkten Bezug zu aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen gesetzt werden. Geschlechterspezifische Aspekte werden besonders berücksichtigt.

Es diskutieren:
• Prof. Dr. Anna Katharina Braun (Universität Magdeburg) zum Zusammenhang von Hirnforschung, Bildung und Erziehung
• Prof. Dr. Dr. h.c. Wolf Singer (Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt) zu Hirnforschung und Menschenbild
• Prof. Dr. Reto Weiler (Universität Oldenburg, Hanse-Wissenschaftskolleg Delmenhorst) zur Rolle der Neurobiologie in Gesellschaft und
Wissenschaft
• Prof. Dr. Bettina Schöne-Seifert (Universität Münster, Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin) zu ethischen Aspekten der Neurowissenschaften
• Prof. Dr. Dr. h.c. Onur Güntürkün (Ruhr Universität Bochum, Institut für Biopsychologie) zur Frage „Gehirn und Geschlecht“.

14.12.09: »1. Oldenburger Schlossgespräch – Wissenschaft im Dialog«
Veranstalter: Zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Universität Oldenburg in Zusammenarbeit mit dem Hanse-Wissenschaftskolleg, Delmenhorst
Anmeldungen sind leider nicht mehr möglich. Alle Karten sind vergriffen.


Übermorgenfotobuch


Auf den Veranstaltungen der „Stadt der Wissenschaft 2009“ gibt es viele spannende Dinge zu entdecken. Mit Ihren schönsten Erinnerungsfotos können Sie jetzt bei einem eiwww.uebermorgenfotobuch.denzigartigen Projekt mitmachen! Denn die Oldenburger Unternehmen CeWe Color und EWE TEL sowie das Institut OFFIS wollen in diesem Jahr die Fotos der vielen Veranstaltungen für ein Forschungsprojekt analysieren und auswerten. Helfen Sie mit und laden Sie Ihre Fotos in die Bildergalerie der „Übermorgenstadt“ www.uebermorgenfotobuch.de hoch.
Unter allen Teilnehmern werden attraktive Preise verlost. Also, jetzt schnell auf www.uebermorgenfotobuch.de registrieren und Aufnahmen der „Übermorgenstadt“-Events in Oldenburg ins Netz stellen. 

Weitere Informationen unter: www.uebermorgenfotobuch.de


Veranstaltungstipps


ab 19.11.
Ausstellung „Die Lava des Gedankens im Fluss. Jürgen Habermas. Eine Werkschau“
Kein deutscher Gegenwartsphilosoph findet weltweit eine solche Aufmerksamkeit wie Jürgen Habermas, der am 18. Juni 80 Jahre alt wurde. Aus diesem Anlass zeigt die Landesbibliothek Oldenburg die Ausstellung „Die Lava des Gedankens im Fluss. Jürgen Habermas. Eine Werkschau“ in Zusammenarbeit mit dem Archiv der Peter Suhrkamp Stiftung an der Goethe-Universität Frankfurt und der Forschungsstelle Intellektuellensoziologie am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Oldenburg.
Ort: Landesbibliothek Oldenburg
Zeit: montags bis samstags während der Öffnungszeiten
Weitere Informationen unter www.uebermorgenstadt.de/DE/Veranstaltungen/index_neu.php?we_objectID=1349252


23.11.
Perspektivwechsel: Zur Zukunft der Medizin
Die Mediziner Rupert Bartner (Palliativzentrum Oldenburg des Evangelischen Krankenhauses) und Florian Hoppe (HNO-Klinik des Klinikums Oldenburg) diskutieren über die Zukunft der Medizin. Zwei Musiker von „Pop out“ nähern sich dem Thema mit Pop-Balladen.
Ort: Konferenzraum Krankenpflegeschule, Auguststraße 10
Zeit: ab 19 Uhr
Kartenvorverkauf und weitere Informationen unter www.uebermorgenstadt.de/DE/Leitprojekte/p08_Wo_liegt_Uebermorgen/index.php


27.11.
Grenzenlose Klangwelten
Das Kammerorchester Oldenburg spielt „Hamburger Ebb’ und Flut“ von G. Ph. Telemann und die Wassermusik von G. F. Händel. Live übertragen aus der St. Lambertikirche in das OLantis Huntebad – ein einmaliges Hörerlebnis unter Wasser.
Ort: St. Lambertikirche und OLantis Huntebad
Zeit: St. Lambertikirche: 19 Uhr, OLantis: 18 Uhr
Kartenvorverkauf für das Konzert im OLantis  in der Tourist-Information Oldenburg, der Eintritt in die St. Lambertikirche ist frei (Kollekte erbeten)
Weitere Informationen unter www.uebermorgenstadt.de/DE/Leitprojekte/p09_Grenzenlose_Klangwelten/index.php


8.12.
Vortrag E²SOL Energieeffizientes Oldenburg
Dr. Claudia Schneider vom RIS-Kompetenzzentrum Erneuerbare Energien berichtet im Rahmen des Projektes „Energie für Übermorgen“ über die Initiative „Energieeffizientes Oldenburg“, deren Ziele sowie die Projekte und Ideen dahinter.
Ort: Großer Sitzungssaal des Alten Rathauses
Zeit: 19 Uhr
Eintritt frei
Weitere Informationen unter www.uebermorgenstadt.de/DE/Veranstaltungen/index_neu.php?we_objectID=1346325

12.12.
Präsentation des Buches „Oldenburg von Übermorgen“
In den drei Schreibnächten des Leitprojektes „Lesen. Informieren. Schreiben“ haben Kinder und Jugendliche ihre Zukunftsvisionen zu Papier gebracht. Das daraus entstandene Buch wird in einer Lesung präsentiert.
Ort: Kulturzentrum PFL
Zeit: 15 Uhr
Weitere Informationen unter www.uebermorgenstadt.de/DE/Leitprojekte/p11_Lesen_Informieren_Schreiben/index.php


Neues aus der Forschung


Geheimnis gelüftet: So orientieren sich Vögel

Wissenschaftler weisen nach, dass Vögel das Magnetfeld der Erde sehen können

Millionen von Zugvögeln machen sich in jedem Jahr auf den Weg in wärmere oder kältere Gebiete der Erde. Ihr Navigationssystem funktioniert äußerst präzise. Die Orientierung am Magnetfeld der Erde spielt dabei die entscheidende Rolle. Zu den großen Mysterien der Biologie gehörte bisher die Frage, welche sensorischen Mechanismen den Vögeln erlauben, das Magnetfeld wahrzunehmen. Manuela Zapka und neun weitere Mitglieder der Arbeitsgruppe „Neurosensorik – Animal Navigation“ unter Leitung des Oldenburger Biologen und Lichtenberg-Professors Prof. Dr. Henrik Mouritsen haben dieses Geheimnis nun gelüftet.  Die Arbeitsgruppe, die von der VolkswagenStiftung und der DFG gefördert wird, konnte nachweisen, dass sich die Vögel nicht nur am Magnetfeld orientieren, sondern seine Ausrichtung regelrecht „sehen“ können. Verantwortlich dafür ist eine als „Cluster N“ bezeichnete Hirnregion, die ein Teilbereich des Sehzentrums ist. Der magnetische Kompass der Vögel befindet sich demnach im Bereich der Augen. Ihre richtungsweisenden Forschungsergebnisse stellte die Arbeitsgruppe kürzlich gemeinsam mit Prof. Martin Wild (University of Auckland, New Zealand) in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsjournals NATURE (Volume 461, 29. Oktober 2009) vor.

Die jetzt vorgelegten Ergebnisse sind ein wichtiger Meilenstein in der sensorischen Biologie, da die Mechanismen der Magnetfeldwahrnehmung bisher als unerklärbar galten. „Unsere Erkenntnisse können genutzt werden, um Zugvögel und andere seltene Tierarten besser schützen zu können“, sagte Mouritsen.


Künstlicher Glutamatschalter gegen Netzhauterkrankungen des Auges
BMBF fördert Forschungsprojekt zur Entwicklung eines Implantats bei neurodegenerativen Erkrankungen

Allein in Deutschland leben nach Angaben des Deutschen Blinden- und Sehbehinderten Verbands zurzeit rund 145.000 Blinde und 500.000 sehbehinderte Menschen. Bei vielen dieser Erkrankungen handelt es sich um nicht therapierbare degenerative Erkrankungen der Netzhaut, die durch die Schädigung oder den Verlust von Photorezeptoren zu einer teilweisen oder vollständigen Erblindung führen. Allein ein Implantat, das die degenerierten Photorezeptoren ersetzt, könnte helfen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert jetzt die Entwicklung eines solchen „autonomen neurochemischen Implantats“ mit insgesamt 1,4 Mio. Euro. Beteiligt an dem Forschungsverbund sind die Universität Oldenburg mit der Abteilung Neurobiologie am Institut für Biologie und Umweltwissenschaften (Prof. Dr. Reto Weiler) und der Abteilung Energie- und Halbleiterforschung am Institut für Physik (Prof. Dr. Jürgen Parisi) sowie das Universitätsklinikum Tübingen (Prof. Dr. Eberhart Zrenner), das Naturwissenschaftliche und Medizinische Institut an der Universität Tübingen in Reutlingen (Prof. Dr. Elke Guenther) und das Helmholz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (Prof. Dr. Martha Ch. Lux-Steiner).

Photorezeptoren sind hoch spezialisierte Zellen, die das ins Auge einfallende Licht in elektrische Impulse umwandeln. Durch Freisetzung von Glutamat aus den Nervenendigungen (Synapsen) der Photorezeptoren werden diese Impulse an die nachgeschalteten Nervenzellen der Netzhaut und des Gehirns weitergeleitet und so ein Seheindruck erzeugt. Der Forschungs- und Entwicklungsverbund setzt hier an. Er will ein Implantat entwickeln, das durch eine gezielte und steuerbare Freisetzung des Botenstoffs Glutamat die Funktion einer „künstlichen Synapse“ im Nervensystem übernimmt. Als eine Art „Glutamatschalter“ soll es die degenerierten Photorezeptoren des erkrankten Auges ersetzen.


Ein großer Glücksfall: Cembalo-Konzert von Marianne Martines wieder entdeckt

Es ist ein großer Glücksfall, wenn Kompositionen, die verloren schienen, von Musikwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern wieder gefunden werden. So gelang es Prof. Dr. Melanie Unseld, Hochschullehrerin für Kulturgeschichte der Musik an der Universität Oldenburg, kürzlich, ein verschollen geglaubtes Cembalo-Konzert der Wiener Komponistin Marianne Martines aufzuspüren und im Oktober dieses Jahres im Oldenburger Staatstheater zur Aufführung zu bringen. Martines (1744 - 1812), die als Komponistin, Cembalistin und Sängerin ihre Zeitgenossen tief beeindruckte, heute aber fast vergessen ist, gehörte zu den Berühmtheiten Wiens. Kaiserin Maria Theresia und ihr Sohn, der spätere Joseph II., holten sie oft an den Wiener Hof und ihr Zeitgenosse Wolfgang Amadeus Mozart liebte es, vierhändig auf dem Cembalo mit ihr zu spielen. Ihre umfassende musikalische Ausbildung hatte Martines durch Joseph Haydn erhalten. Martines komponierte mit Vorliebe Vokalmusik, vor allem Kantaten, Motetten, Messen und Oratorien, aber auch eine Sinfonie, zahlreiche Klaviersonaten sowie Cembalo-Konzerte.

Weitere Neuigkeiten aus der Forschung unter www.uni-oldenburg.de


 
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