Oldenburg - Stadt der Wissenschaft 2009
 

Neuigkeiten zu
"Oldenburg – Stadt der Wissenschaft 2009"

Liebe Oldenburgerinnen, liebe Oldenburger,
liebe Wissenschafts-Interessierte!


Keine Zukunft ohne Herkunft – getreu diesem Motto ist „Stadt der Wissenschaft“ selbstverständlich bei den Feierlichkeiten zur 900-Jahrfeier Oldenburgs dabei. Dabei widmen wir uns ganz dem Projekt „Zukunftsfrage“. Am Sonntag, dem 14. September, werden wir ab 14 Uhr an unserem Info-Stand auf dem Schlossplatz Oldenburger Bürgerinnen und Bürger in Interviews um ihre persönliche Zukunftsfrage bitten. Die Gespräche werden aufgezeichnet und lassen sich später im Internet betrachten. Um 18 Uhr lassen Kinder rund 900 Luftballons aufsteigen, jeder zweite führt eine Karte mit, auf der Zukunftsfragen eingetragen werden können.

Aber auch, wer am 14. September nicht dabei sein kann, muss nicht auf seiner Zukunftsfrage sitzen bleiben: Noch bis zum 30. September besteht die Möglichkeit, sie auf der Internetseite www.uebermorgenstadt.de einzugebe.

Kommentar des OB

Vorfreude ist die schönste Freude, heißt es. Mag sein. Aber trotzdem ist es nicht leicht, sich für etwas zu begeistern, das noch sehr weit in der Zukunft liegt. Warum soll ich mir Gedanken über morgen machen, wenn ich heute schon genug zu tun habe? Berechtigte Frage. Aber es gibt darauf auch eine gute Antwort: Wir verbringen den Rest unseres Lebens in der Zukunft. Wir sollten uns lieber mit ihr beschäftigen.

Hier in Oldenburg machen wir das gemeinsam mit der Bevölkerung, und deswegen bitte ich Sie, liebe Leserinnen und Leser, die kommenden Tage zu nutzen, um ihre ganz persönliche Zukunftsfrage für die Stadt Oldenburg zu stellen. Das kostet nur ein paar Minuten. Und Sie können damit einen ganz direkten Einfluss auf das Oldenburg von (über)morgen nehmen. Diejenige Frage, die unsere Bevölkerung am meisten beschäftigt, werden wir im kommenden Jahr nämlich ganz konkret beantworten.

Es war selten so einfach, die Zukunft unserer gemeinsamen Heimatstadt mitzubestimmen. Also, machen Sie mit!

Ihr Gerd Schwandner

Oberbürgermeister


Aktuelle Forschungshighlights aus Oldenburg



Neues Spitzenforschungszentrum an der Universität Oldenburg
Zusage der EU für Jean Monnet Centre

Noch im Herbst 2008 wird an der Universität Oldenburg ein Jean Monnet Spitzenforschungszentrum eingerichtet. Dafür hat die Europäische Union (EU) jetzt eine Förderung von 75.000 Euro zugesagt, das sind 75 Prozent des Gesamtvolumens. Ziel des Jean Monnet Centre for Europeanisation and Transnational Regulations (CETR) ist die Koordination, Organisation und Unterstützung von international vergleichenden und europawissenschaftlichen Initiativen in Forschung, Lehre und Öffentlichkeitsarbeit. Inhaltlicher Schwerpunkt ist die Untersuchung der wirtschaftlichen, rechtlichen und soziokulturellen Auswirkungen des europäischen Integrationsprozesses auf nationalstaatliche Vergesellschaftungsmuster. Welche Auswirkungen haben die zunehmenden wirtschaftlichen und sozialen Verflechtungen in Europa und die europaweit zunehmend harmonisierten Regulationsstrukturen auf die nationalen Gesellschaften? Diesen Fragen wird das Zentrum nachgehen und sieht sich dabei als Schnittstelle zwischen Forschung und interessierter Öffentlichkeit.

"Bitte gibt mir nur ein Wort..."
Was deutsche Schlager und Popmusik über die Liebe verraten

Die Schlager von Peter Alexander, Roy Black, Herbert Grönemeyer, den Ärzten oder Xavier Naidoo können ein tiefgründiges Forschungsthema sein. Das beweist die Oldenburger Psychologin Carmen Wulff mit ihrer Dissertation „Historischer Wandel von Liebesvorstellungen“. Die Wissenschaftlerin untersuchte 136 populäre deutschsprachige Lieder aus zwei Zeitspannen (1967-1970 und 2001-2005). Schlager sind für Carmen Wulff Indizien für soziokulturelle Strömungen und Entwicklungen, vor allem was die Bedeutung von Emotionen angeht. „Die Romantisierung der Liebe ist in den heutigen Liedern viel stärker ausgeprägt als früher“, so Wulff. Das Thema ist allerdings mit viel mehr Ernst und negativen Gefühlen, wie z.B. Liebeskummer, angereichert. Auch ein Liebesgeständnis ist heute offenbar mit größeren Schwierigkeiten verbunden als in den späten 60er Jahren.Eine Erklärung, so Wulff, sei ein höheres Sicherheitsbedürfnis. „Man hält so lang mit den eigenen Gefühlen hinter dem Berg, bis man sich ganz sicher ist, dass diese auch erwidert werden.“ Von absoluter Gefühlskontrolle und emotionaler Coolness könne man aber im Hinblick auf die Liebe nicht sprechen. Für das Liebesverständnis in den aktuellen deutschen Songs spielten Aspekte wie Schutz, Zuversicht und Geborgenheit eine große Rolle, und man habe eine klare Vorstellung davon, was Liebe leisten solle.

Bronze für Oldenburger VWL
Professoren bei Forschungsproduktivität auf drittem Platz

Den dritten Platz erreichten die Volkswirtschaftler der Universität Oldenburg bei einer Untersuchung der Forschungsproduktivität des Fachs an deutschen Hochschulen. Die Studie, die in der Zeitschrift „Perspektiven der Wirtschaftspolitik“ erschien, wurde von Konstanzer Wirtschaftswissenschaftlern durchgeführt, die an anderen Forschungsrankings kritisieren, dass diese oftmals nur eine Auswahl einschlägiger wissenschaftlicher Zeitschriften untersuchen, um den Forschungsoutput zu messen. Zudem werde häufig die Koautorenschaft zu stark gewichtet. Die Wissenschaftler berücksichtigen die Koautorenschaft proportional zur Anzahl der beteiligten Personen und bezogen außerdem den Umfang der Zeitschriftenartikel in ihre Studie mit ein. Nach dieser Vorgehensweise rangieren die Oldenburger Volkswirte mit ihrer Anzahl an Publikationen direkt hinter den Universitäten Bonn und München. Damit ist die Universität Oldenburg neben Hannover als einzige niedersächsische Universität in den ersten zehn Plätzen des Rankings vertreten.

Babysimulatoren: Zwischen Kinderwunsch und Kinderschutz
Erste empirische Studie zur pädagogischen Arbeit mit Babysimulatoren in Deutschland

Babysimulatoren sehen aus wie Babypuppen, aber ihr Innenleben besteht aus einem Computer, der das Verhalten von Säuglingen simuliert. Mit den Babyattrappen können junge Mädchen erste Erfahrungen im Umgang mit Kindern sammeln. Die Oldenburger Pädagogin Prof. Dr. Anke Spies setzte sich in ihrer Studie „Zwischen Kinderwunsch und Kinderschutz – Babysimulatoren in der pädagogischen Praxis“ kritisch mit den Babysimulatoren auseinander. Damit liegen erstmals empirische Daten und Befunde zur pädagogischen Arbeit mit Babysimulatoren in Deutschland vor. Der Simulator, der ursprünglich als innovativ und produktiv eingeschätzt wurde, zeigt nach Spies Ansicht in der Praxis erhebliche Defizite. „Das Projekt Babysimulator ist darauf ausgerichtet, dass die Mädchen an den Anforderungen des Simulators scheitern und die sozial erwünschte Einsicht formulieren, einen etwaigen Kinderwunsch auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben“, erklärt Spies. „Der Lerneffekt, die ursprünglich gute Absicht, die mit dem Simulatoreinsatz verfolgt wird, kann eher Zugänge zu Hilfssystemen verwehren und ist damit dem Kinderschutz keineswegs dienlich.“

Unter www.uni-oldenburg.de finden Sie mehr Informationen zu den einzelnen Forschungshighlights.

 
  Stadt Oldenburg  

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