Keine Zukunft ohne Herkunft – getreu diesem Motto ist „Stadt der Wissenschaft“ selbstverständlich bei den Feierlichkeiten zur 900-Jahrfeier Oldenburgs dabei. Dabei widmen wir uns ganz dem Projekt „Zukunftsfrage“. Am Sonntag, dem 14. September, werden wir ab 14 Uhr an unserem Info-Stand auf dem Schlossplatz Oldenburger Bürgerinnen und Bürger in Interviews um ihre persönliche Zukunftsfrage bitten. Die Gespräche werden aufgezeichnet und lassen sich später im Internet betrachten. Um 18 Uhr lassen Kinder rund 900 Luftballons aufsteigen, jeder zweite führt eine Karte mit, auf der Zukunftsfragen eingetragen werden können.
Aber auch, wer am 14. September nicht dabei sein kann, muss nicht auf seiner Zukunftsfrage sitzen bleiben: Noch bis zum 30. September besteht die Möglichkeit, sie auf der Internetseite www.uebermorgenstadt.de einzugebe.
Kommentar des OB
Vorfreude ist die schönste Freude, heißt es. Mag sein. Aber trotzdem ist es nicht leicht, sich für etwas zu begeistern, das noch sehr weit in der Zukunft liegt. Warum soll ich mir Gedanken über morgen machen, wenn ich heute schon genug zu tun habe? Berechtigte Frage. Aber es gibt darauf auch eine gute Antwort: Wir verbringen den Rest unseres Lebens in der Zukunft. Wir sollten uns lieber mit ihr beschäftigen.
Hier in Oldenburg machen wir das gemeinsam mit der Bevölkerung, und deswegen bitte ich Sie, liebe Leserinnen und Leser, die kommenden Tage zu nutzen, um ihre ganz persönliche Zukunftsfrage für die Stadt Oldenburg zu stellen. Das kostet nur ein paar Minuten. Und Sie können damit einen ganz direkten Einfluss auf das Oldenburg von (über)morgen nehmen. Diejenige Frage, die unsere Bevölkerung am meisten beschäftigt, werden wir im kommenden Jahr nämlich ganz konkret beantworten.
Es war selten so einfach, die Zukunft unserer gemeinsamen Heimatstadt mitzubestimmen. Also, machen Sie mit!
Ihr Gerd Schwandner
Oberbürgermeister
Aktuelle Forschungshighlights aus Oldenburg
Neues Spitzenforschungszentrum
an der Universität Oldenburg Zusage der EU
für Jean Monnet Centre
Noch im Herbst
2008 wird an der Universität Oldenburg ein Jean Monnet Spitzenforschungszentrum
eingerichtet. Dafür hat die Europäische Union (EU) jetzt eine Förderung von
75.000 Euro zugesagt, das sind 75 Prozent des Gesamtvolumens. Ziel des Jean
Monnet Centre for Europeanisation and Transnational Regulations (CETR) ist die
Koordination, Organisation und Unterstützung von international vergleichenden
und europawissenschaftlichen Initiativen in Forschung, Lehre und
Öffentlichkeitsarbeit. Inhaltlicher Schwerpunkt ist die Untersuchung der
wirtschaftlichen, rechtlichen und soziokulturellen Auswirkungen des europäischen
Integrationsprozesses auf nationalstaatliche Vergesellschaftungsmuster. Welche
Auswirkungen haben die zunehmenden wirtschaftlichen und sozialen Verflechtungen
in Europa und die europaweit zunehmend harmonisierten Regulationsstrukturen auf
die nationalen Gesellschaften? Diesen Fragen wird das Zentrum nachgehen und
sieht sich dabei als Schnittstelle zwischen Forschung und interessierter
Öffentlichkeit.
"Bitte gibt mir nur ein Wort..." Was deutsche Schlager und Popmusik über die Liebe verraten
Die Schlager
von Peter Alexander, Roy Black, Herbert Grönemeyer, den Ärzten oder Xavier
Naidoo können ein tiefgründiges Forschungsthema sein. Das beweist die
Oldenburger Psychologin Carmen Wulff mit ihrer Dissertation „Historischer
Wandel von Liebesvorstellungen“. Die Wissenschaftlerin untersuchte 136 populäre
deutschsprachige Lieder aus zwei Zeitspannen (1967-1970 und 2001-2005).
Schlager sind für Carmen Wulff Indizien für soziokulturelle Strömungen und
Entwicklungen, vor allem was die Bedeutung von Emotionen angeht. „Die
Romantisierung der Liebe ist in den heutigen Liedern viel stärker ausgeprägt
als früher“, so Wulff. Das Thema ist allerdings mit viel mehr Ernst und
negativen Gefühlen, wie z.B. Liebeskummer, angereichert. Auch ein
Liebesgeständnis ist heute offenbar mit größeren Schwierigkeiten verbunden als
in den späten 60er Jahren.Eine
Erklärung, so Wulff, sei ein höheres Sicherheitsbedürfnis. „Man hält so lang mit
den eigenen Gefühlen hinter dem Berg, bis man sich ganz sicher ist, dass diese
auch erwidert werden.“ Von absoluter Gefühlskontrolle und emotionaler Coolness
könne man aber im Hinblick auf die Liebe nicht sprechen. Für das
Liebesverständnis in den aktuellen deutschen Songs spielten Aspekte wie Schutz,
Zuversicht und Geborgenheit eine große Rolle, und man habe eine klare
Vorstellung davon, was Liebe leisten solle.
Bronze für Oldenburger VWL Professoren bei Forschungsproduktivität auf drittem Platz
Den dritten
Platz erreichten die Volkswirtschaftler der Universität Oldenburg bei einer
Untersuchung der Forschungsproduktivität des Fachs an deutschen Hochschulen.
Die Studie, die in der Zeitschrift „Perspektiven der Wirtschaftspolitik“
erschien, wurde von Konstanzer Wirtschaftswissenschaftlern durchgeführt, die an
anderen Forschungsrankings kritisieren, dass diese oftmals nur eine Auswahl
einschlägiger wissenschaftlicher Zeitschriften untersuchen, um den
Forschungsoutput zu messen. Zudem werde häufig die Koautorenschaft zu stark
gewichtet. Die Wissenschaftler berücksichtigen die Koautorenschaft proportional
zur Anzahl der beteiligten Personen und bezogen außerdem den Umfang der
Zeitschriftenartikel in ihre Studie mit ein. Nach dieser Vorgehensweise
rangieren die Oldenburger Volkswirte mit ihrer Anzahl an Publikationen direkt
hinter den Universitäten Bonn und München. Damit ist die Universität Oldenburg
neben Hannover als einzige niedersächsische Universität in den ersten zehn
Plätzen des Rankings vertreten.
Babysimulatoren: Zwischen Kinderwunsch und Kinderschutz Erste empirische Studie zur pädagogischen Arbeit mit Babysimulatoren in Deutschland
Babysimulatoren
sehen aus wie Babypuppen, aber ihr Innenleben besteht aus einem Computer, der
das Verhalten von Säuglingen simuliert. Mit den Babyattrappen können junge
Mädchen erste Erfahrungen im Umgang mit Kindern sammeln. Die Oldenburger
Pädagogin Prof. Dr. Anke Spies setzte sich in ihrer Studie „Zwischen
Kinderwunsch und Kinderschutz – Babysimulatoren in der pädagogischen Praxis“
kritisch mit den Babysimulatoren auseinander. Damit liegen erstmals empirische
Daten und Befunde zur pädagogischen Arbeit mit Babysimulatoren in Deutschland
vor. Der Simulator, der ursprünglich als innovativ und produktiv eingeschätzt
wurde, zeigt nach Spies Ansicht in der Praxis erhebliche Defizite. „Das Projekt
Babysimulator ist darauf ausgerichtet, dass die Mädchen an den Anforderungen
des Simulators scheitern und die sozial erwünschte Einsicht formulieren, einen
etwaigen Kinderwunsch auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben“, erklärt
Spies. „Der Lerneffekt, die ursprünglich gute Absicht, die mit dem
Simulatoreinsatz verfolgt wird, kann eher Zugänge zu Hilfssystemen verwehren
und ist damit dem Kinderschutz keineswegs dienlich.“
Unter www.uni-oldenburg.de
finden Sie mehr Informationen zu den einzelnen Forschungshighlights.
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